Projektwoche REdUSE vom 01.- 03.11.2017

Realschüler machen sich Gedanken über nachhaltigen Umgang mit Ressourcen

Vechelde. (kvc) Moderator Jürgen Lohfink spricht die Realschüler während des multimedialen Vortrags direkt an: „Diese Rohstoffe, die wir nutzen. – Wo kommen die denn her?“ Ein Raunen geht durch die Aula der Realschule in Vechelde. Unterstützt wird die Multivision „REdUSE“ (eine von der UNESCO offiziell anerkannte Maßnahme zur UN Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“) durch ansprechende Texte, Sound- und Bildeffekte, Grafiken sowie verschiedene Kurzfilme, die Technikerin Nora Korff auf der Großleinwand ins rechte Licht rückt. „Ziel ist es, Jugendlichen das Wissen und die Handlungskompetenz für einen nachhaltigen Umgang mit den Ressourcen der Erde zu vermitteln.“, erklärt Lohfink. „Seit November 2015 sind wir mit unserer Kampagne ‚REdUSE – Über unseren Umgang mit den Ressourcen der Erde‘ bundesweit an Schulen in Deutschland im Einsatz“, erläutert Korff. „Unsere Präsentation trifft den Lebensalltag der Jugendlichen, denn es werden Themen behandelt, mit denen sich junge Menschen täglich auseinander setzen.“ Tobias (15J): „Es  ist interessant -und zugleich erschreckend- zu erfahren, welche Ressourcen in welchem Zeitraum verbraucht sind, wenn wir so weitermachen.“

Vortrag führt ins Thema ein

„Mit dieser Veranstaltung führen wir in unsere diesjährigen Projekttage ein, was hoffentlich zu einem nachhaltigen Umgang mit Ressourcen motiviert“, erklärt Schulleiterin Claudia Rühmann. „Jugendliche nutzen modernste Informationstechnik und tauschen dabei schnell ihre Geräte aus. Unsere Projekttage sollen informieren, aber vor allem Lösungsvorschläge bieten. Wichtig ist dabei, dass wir uns konkrete Gedanken zu Abfallvermeidung und Mülltrennung in unserer Schule machen.“ Zum besseren Verständnis des umfassenden Themenbereiches gibt es drei altersgemäße Schwerpunkte: So erfahren die 5. und 6. Klassen viel über den Rohstoff Papier, die Siebt- und Achtklässler sprechen über Nachhaltigkeit, Ressourcen- und Umweltschutz bei Kunststoffen, während es im 9. und 10.Jahrgang zusätzlich um die soziale Verantwortung z.B. bei Elektroschrott geht.

In der Aula der Realschule hat das Thema bei den Schülern Betroffenheit ausgelöst, einige  beteiligen sich angeregt. „Vielleicht sollte man dann doch besser beim Klamottenkauf auf das ein oder andere Teil verzichten“, meint Lisa (15J.), „oder wenigstens ans Tauschen oder Spenden denken.“  Die 12-jährige Lea ist fassungslos: „Durch die Nahrungskette haben 98% aller Menschen bereits nachweislich Plastik im Blut!“ Es wird lebendig diskutiert. „Nur durch eine schrittweise, aber konsequente Veränderung unserer Lebensweise können wir unsere Umwelt vor weiterem Schaden bewahren und selber unsere natürliche Lebensgrundlagen dauerhaft vor Übernutzung schützen.“, appelliert Merle (12J)., die sich schon lange einen „Unverpackt-Laden“ in Vechelde wünscht.

Konkrete Alltagslösungen konnten sich die Realschülerinnen und Realschüler in der anschließenden Projektwoche ausführlich überlegen. „Ich hätte nie gedacht, dass Müllsammeln so viel Spaß macht!“, schwärmt Maila aus der Kl.9a. Ihre Klasse radelte zum Stichkanal zwischen Denstorf und der Schleuse in Wedtlenstedt, um dort neben zwei Säcken Restmüll weitere sieben gelbe Säcke voller Kunststoff und Metall sowie 182 Glasflaschen der Wiederverwertung zuzuführen.

9a sammelte am Kanal

„An den Projekttagen haben wir  konkrete Verbesserungsmöglichkeiten im Alltag erarbeitet. Jede Klasse sammelt ab jetzt ihr Papier ganz eigenständig und sorgt –unabhängig von den Reinigungskräften- für die sachgerechte Altpapierentsorgung“, erläutert Sirko (16J). Lea (12J) nimmt sich fest vor, ab jetzt Flohmärkte zu besuchen und mehr zu spenden: „Dass Kinder bei der Baumwollernte krank werden, hat mich wachgerüttelt.“ „Mir hat unsere Schulung bei der ALBA richtig gut gefallen“, erzählt Daria (14J), „es war mir vorher nicht bewusst, dass man heute fast alles recyceln kann.“ Auch Mitschüler Maxim (14J) bestätigt: „Der Slogan: Wir nennen es Rohstoff- hat mich besonders angesprochen. Dennoch sollten wir in erster Linie daran arbeiten, Müll zu vermeiden.“

Wie vielfältig und fantasievoll in den Lerngruppen zum Thema gearbeitet wurde, zeigte allen eine Ausstellung am Ende der Projektwoche: Es herrscht reges Treiben im Forum der Realschule. Obwohl sich Fabian (13J) gerade für die in Einzelteile zerlegten Handys interessiert hatte, ändert er seinen Rundgang abrupt aufgrund einer Durchsage. Im Klassenraum der 6b wird gleich ein spannendes Schattenspiel aufgeführt. Die 6b hat sich mächtig ins Zeug gelegt, ein eigenes Drehbuch geschrieben und dazu liebevoll Figuren und Kulissen aus Altpapier gebastelt. Ihre Zuschauer sind begeistert. „So viele Ideen- faszinierend, was hier alles zu sehen ist!“, staunt Emily (13J).

Schattenspiel der Kl. 6b

Im Forum bewundern rund 370 Realschüler die bunte Präsentation: Wie man aus Tetrapack tolle Geschenke bastelt, Stiftehalter und Sparschweinen aus Plastikflaschen leuchten farbenfroh. Dosen erstrahlen in neuem Glanz, selbst gestaltete Plakate informieren– die Realschüler demonstrieren eindrucksvoll ihre Kreativität beim sogenannten Upcycling (Abfallprodukte in neuwertige Dinge umwandeln). Nelia (7a) hat die Projektwoche gefallen: „Man sollte viel weniger wegwerfen. Es gibt tausend Möglichkeiten daraus etwas Neues zu machen. Oder man bringt es einfach zu einer Tauschbörse.“ Auch Schulsprecher Eike  hat die Projektwoche gut gefallen. „Es war interessant zu erfahren, unter welch menschenunwürdigen Bedingungen Rohstoffe abgebaut werden, die für die Handyproduktion notwendig sind.“  Realschullehrerin Anna Wagner resümiert: „Es ist ganz toll zu sehen, wie engagiert alle mitgemacht haben. Sie ist davon überzeugt, dass die Beschäftigung mit diesem wichtigen Thema allen Beteiligten Mut gemacht habe, ihren eigenen Alltag möglichst fair und ressourcenschonend zu gestalten.

WE ARE RECYCLED

Text und Fotos: Karin von Conradi

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